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| Damen 1 » Cupsieger 2010! |
Cupsieger 2010!
07.03.2010 - 11:52 von gze

Red Ants entreissen Dietlikon die Cup-Trophäe
Sechste Finalteilnahme, sechster Sieg – die Red Ants bleiben Rekord-Cupsieger. Michaela Kathriner schoss die Winterthurerinnen in der Verlängerung zum Triumph.
Eigentlich hatten die Dietlikerinnen die Goldmedaillen schon fast um den Hals, die Hände bereits zum dritten Mal in Serie am Pokal. Als zwei Minuten vor dem Ende schon die Offiziellen für die Siegerzeremonie am Spielfeldrand auftauchten, lagen die Red Ants mit 2:4 zurück, das Ende des Spiels war nahe. Es folgte das in dieser Situation übliche Spiel: Timeout beziehen, die Torhüterin durch eine sechste Feldspielerin ersetzen, alles nach vorne werfen. Diesmal klappte aus Winterthurer Sicht das, was in der Regel misslingt: 81 Sekunden vor dem Ende traf Daniela Stettler zum 3:4, zehn Sekunden später Julia Suter zum Ausgleich. Beide Male hatte die Deutsche Sandra Dirksen die Vorarbeit geleistet. Entsetzen in den Gesichtern der Dietlikerinnen, fast schon fassungsloser Jubel im Team der Red Ants. Und die Winterthurerinnen nahmen den Schwung der Aufholjagd nahtlos in die erkämpfte Verlängerung mit – nach nur drei Minuten schoss Michi Kathriner, erneut auf Zuspiel der überragenden Dirksen, die Winterthurerinnen ins Glück. Die Offiziellen kamen nun mit ein paar Minuten Verspätung doch noch zum Einsatz, verteilten die Medaillen und Pokale aber anders als noch kurz davor angedacht.
Glaube an den Sieg
Während 50 Minuten hatten die Red Ants „den Schlüssel zum Erfolg gesucht“ (Captain Andrea Eberle), diesen jedoch nicht gefunden. Zu oft landeten die Querpässe vor dem gegnerischen Tor in den Stöcken oder Beinen der Dietliker Abwehr, zu einfach schenkte man dem Titelverteidiger dessen Tore – deren zwei fielen auf die exakt selbe Art und Weise, in dem die Red Ants eine Gegnerin im Slot vergassen. „In solchen Momenten kann man schon verzweifeln“, sagte die hervorragend disponierte Torhüterin Irène Tschümperlin, die scheinbar machtlos der Niederlage entgegen blickte und ihr Team mit mehreren starken Paraden im Spiel hielt. Bis eben, mit dem Messer am Hals und der gnadenlos tickenden Matchurh, die Angriffe auf Teufel komm raus abgeschlossen wurden. Dieses Chaos-Prinzip hatte bereits am Europacup funktioniert, und auch da waren die Red Ants siegreich vom Platz gegangen. „Offenbar brauchen wir das Wasser bis zum Hals, ehe wir derart befreit auftreten können und treffen“, analysierte Sandra Dirksen, ehe sie sich mit den markigen Worten „jetzt gibt’s Koma“ an die Feierlichkeiten verabschiedete. Nüchterner beurteilte Trainer Rolf Kern den Sieg. „Ich gebe die Hoffnung grundsätzlich erst dann auf, wenn der Schiedsrichter abpfeift“, sagte er mit der Gelassenheit des Siegers, während sein Antipode Marco Moser noch nicht ganz nachvollziehen konnte, was in den letzten Minuten geschehen war. Natürlich fehlte Dietlikon am Schluss der defensive Anker, da mit Nationalverteidigerin Simone Berner kurz zuvor die beste Abwehrkraft verletzt ausgefallen war. Aber die Red Ants verdienten sich diesen Cupsieg mit einer Willensleistung. Einer Leistung, die zu einer der spannendsten Schlussphasen der Cupgeschichte geführt hat. Ab dem nächsten Wochenende stehen sich die beiden Teams nun auch im Playoff-Halbfinal gegenüber. Man darf gespannt sein, welche Folgen der Cupsieg der Red Ants im Nervenkostüm des Meisters hinterlassen hat.
UHC Dietlikon - Red Ants Rychenberg 4:5 n.V. (0:1, 1:0, 3:3, 0:1)
Wankdorfhalle, Bern - 858 Zuschauer - SR: Fust / Kunz.
Tore: 12. Dirksen (Stettler) 0:1, 21. Alanko (Scott) 1:1, 44. Stadelmann (Alanko) 2:1, 47. Vögeli (Schäfer, Ausschluss Nötzli) 3:1, 52. Eigentor 4:1, 53. Suter (Hofstetter) 4:2, 59. (58:39) Stettler (Dirksen, Red Ants ohne Torhüterin) 4:3, 59. (58:49) Suter (Dirksen) 4:4, 63. Kathriner (Dirksen) 4:5.
Strafen: Dietlikon 2x2', Red Ants 4x2'.
UHC Dietlikon: Tomatis; Berner, Bürgi; Klein, Scott; Heusser; Alanko, Stadelmann, Wiki; Schäfer, Stella, Vögeli; Meier.
Red Ants: Tschümperlin; Auer, Eberle; Nötzli, Timmel; Malmberg; Kathriner, Dirksen, Stettler; Suter, Hofstetter, Frick; Scheidegger.
Bemerkungen: 41. Lattenschuss Stettler, 54. Timeout Dietlikon, 57. Nötzli verschiesst Penalty, 58. Timeout Red Ants, ab 57:09 Red Ants zeitweise mit einer sechsten Feldspielerin.
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